Haben Sie bereits von den 3D-Techniken wie RealD, MasterImage, XpanD, Dolby 3D Digital, Doppelprojektion sowie von Technicolor 3D und IMAX 3D gehört, wissen aber nicht genau was sich hinter diesen Begriffen verbirgt? Ihnen kann geholfen werden. Im folgenden Artikel werden wir für Sie die wichtigsten 3D-Techniken Schritt für Schritt vorstellen und einzeln behandeln.
Die RealD Technologie baut auf einen zirkulierenden Z-Filter auf, der die Bilder abwechselnd für das linke und rechte Auge polarisiert und damit einen 3D-Effekt erzielt.
RealD zeichnet sich besonders durch die günstigen und leichten 3D-Brillen aus, die auch eine Neigung des Kopfes erlauben ohne das 3D-Erlebnis zu beeinflussen. Bei dieser Technologie ist nur ein Projektor notwendig um den 3D-Effekt zu erzielen. Die absolute Pflicht einer teuren Silberleinwand, relativ hohe Gebühren und Lizenzkosten für diese Technologie sind Nachteile die RealD mit sich bringt. Ein weiterer Nachteil ist die benötigte Silberleinwand, da das Bild in der Mitte der Leinwand heller erscheint und bei seitlicher Betrachtung das Bild dunkler wirkt.
Die MasterImage-Technik basiert ebenso wie RealD auf zirkular polarisierten Bildern. Die Bilder für das linke und rechte Auge werden von einem Polfilterrad, das vor dem Projektor steht, ausgerichtet. Für dieses Verfahren ist ebenfalls eine Silberbildwand erforderlich, damit die Bilder polarisiert bleiben. Es müssen aber keine Lizenzkosten gezahlt werden. Die Brillen sind ebenfalls günstig und leicht. Sie sind aber nicht immer mit den Brillen des RealD-Verfahrens kompatibel, da die Polarisierung der Bilder beim MasterImage-Verfahren normalerweise gegensätzlich ist.
Bei der XpanD-Technik (früher NuVision) wird das Bild jeweils für das linke und das rechte Auge abwechselnd projiziert und dargestellt. Die dafür nötige Synchronisierung mit dem verantwortlichen Server, der die 3D-Daten liefert, erfolgt dabei per Infrarotverbindung vom Server zu den Brillen. Bei den Brillen wird die sogenannte Shutter-Technik eingesetzt. Es wird dabei immer abwechselnd ein Glas der Brille abgedunkelt.
Die XpanD-Technologie hat wie jede 3D-Technik ihre Vor- und Nachteile. Ein großer Vorteil der XpanD-Technologie ist die Tatsache, dass der Anwender den Kopf neigen und bewegen kann ohne das die 3D-Darstellung darunter leidet. Ein weitere Vorteil liegt darin, dass nur ein Projektor notwendig ist um die Darstellung in 3D zu ermöglichen. Die 3D-Brillen haben allerdings den Nachteil, dass sie über integrierte Batterien verfügen, die ungefähr nach 300 Stunden in Betrieb mit einem spezielle Schlüssel gewechselt werden müssen. Hinzu kommt die Tatsache das XpanD- Brillensysteme sehr teuer und empfindlich sind und regelmäßig gereinigt werden müssen und somit für die Kinos einen hohen Kostenfaktor darstellen. Der größte Nachteil für den Besucher ist das hohe Gewicht der Brillen.
Dolby 3D Digital funktioniert über ein Farbrad im Projektor mit dem die Farb-Werte der dargestellten Bilder für jedes Auge leicht abgeändert werden. Mit der dazugehörigen Brille, die nach dem Interferenz-Verfahren arbeitet, wird dann das komplette Farbspektrum gefiltert, bis nur noch die, für das jeweilige Auge, benötigten Bilder übrig bleiben.
Dolby 3D Digital benötigt keine Silberleinwand und ermöglicht es dem Anwender den Kopf zu neigen. Für die Darstellung in 3D ist nur ein Projektor notwendig. Die relativ teure Einrichtung durch das Farbrad und den Synchronserver, sowie die teure Brillen gehören zu den Nachteilen dieser Technik. Auf Grund der teuren Brillen, werden diese meistens nur verliehen und müssen regelmäßig gereinigt werden.
Doppelprojektions-Systeme arbeiten mit einem Polarisationssystem und benötigen jeweils zwei Polarisierer und Projektoren und Polfilterbrillen.
Das Doppelprojektionssystem zeichnet sich vor allem durch seine sehr günstigen Brillensysteme aus und bietet genug Helligkeit, auch für größere Räume. Die Kanaltrennung ist durchweg als gut zu bezeichnen und gehört zu den großen Vorteilen dieses Systems. Dazu ist es aber nötig den Kopf gerade zu halten und nicht zu stark zu drehen. Es ist somit sehr empfindlich was Bewegung angeht. (Ausnahme: In einigen Kinos werden die Bilder zirkular polarisiert. Der Kopf kann dort problemlos schiefgehalten werden) Es werden im Vergleich zu RealD, XpanD sowie Dolby 3D Digital zwei Projektoren benötigt um 3D-Bilder zu erzeugen und eine Silberleinwand ist ebenfalls nötig.

Das Technicolor 3D-Verfahren ist das jüngste der 3D-Techniken. Im Gegensatz zu den anderen Techniken benötigt man keinen Digitalprojektor. Es können die alten Projektoren für 35mm-Filme benutzt werden. Die Bilder für das rechte und linke Auge werden untereinander und gestaucht auf den 35mm-Film kopiert, wobei die beiden gestauchten Bilder so groß sind wie ein herkömmliches 2D-Bild. Durch eine Speziallinse werden die Bilder wieder auf die richtige Größe gebracht, gleichzeitig auf die Leinwand projeziert dabei zirkular polarisiert. Die Vorteile dieses Systems sind die geringen Anschaffungskosten, die geringen Kosten für die Brillen und dass die alten Projektoren weiter verwendet werden können. Es können die gleichen Brillen wie bei dem MasterImage-System benutzt werden. Die Nachteile sind die gleichen wie bei den anderen Systemen, die die zirkulare Polarisierung verwenden.
Bei der IMAX 3D-Technologie wird der Film von einem herkömmlichen Film abgespielt, also analog. Es gibt dabei unterschiedliche 3D-Techniken. Meistens wird der Film mittels Polarisationstechnik wiedergegeben. Ein 3D-Brillensystem in Form einer Polfilterbrillen und eine Silberleinwand sorgen in diesem Fall für ein realistisches 3D-Erlebnis.
Auch bei IMAX 3D liegt der große Vorteil in der kostengünstigen Herstellung der 3D-Polfilterbrillen. Die Neigung und Bewegung des Kopfes stellt für IMAX 3D ein Problem dar, da die Bilder linear polarisiert. Eine Silberleinwand gehört zu den größten Kostenpunkten und ist, wie bei der RealD-Technik beschrieben, ein weiterer Nachteil.
Es werden vereinzelt aber auch Shutterbrillen, wie bei XpanD, und das Interfernezverfahren, wie bei Dolby 3D Digital, eingesetzt.
In der Praxis haben alle aktuellen 3D-Techniken ihre Vor- und Nachteile und je nach Verwendungszweck kommen verschiedene 3D-Techniken zum Einsatz. Die Entwicklung der 3D-Technik ist in jedem Fall noch nicht abgeschlossen und es gilt die Defizite der vorhandenen Systeme auszumerzen und die Stärken weiter auszubauen. Es bleibt spannend.
Bildmaterial (außer Technicolor 3D) aus dem Artikel "3D 2.0, Neuer Anlauf für Stereoskopie im Kino", erschienen in c't 16/08.
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