3D-Kino von früher bis heute

Leere Kinos, unbesetzte Vorstellungen und schwindende Besucherzahlen motivierten in den 50er Jahren zur Suche nach neuen Highlights im Filmbusiness.
Abhilfe brachte hier die Entwicklung des dreidimensionalen Films. Es strömten wieder vermehrt Zuschauer ins Kino, die das neuartige Erlebnis 3D-Film genießen wollten.

Schon im Jahr 1903 gab es erste Versuche mit der 3D-Technik. Im Ergebnis entstand der einminütige Kurzfilm "L'Arrivee du Train (Die Ankunft des Zuges)" von den Brüdern Lumière. Es vergingen mehrere Jahre, bis der erste dreidimensionale Langfilm erschien. Erst 1922 wurde der Stummfilm "The Power of Love" gedreht.

Allerdings begann die 3D-Kinowelt in schwarz-weiß. So zumindest erschien sie dem Besucher durch seine Filterbrille. Dabei wäre rot-grün-Film durchaus die treffendere Bezeichnung gewesen, denn der räumliche Effekt beruhte auf roten und grünen Bildern.
Der Schritt vom Stumm- zum 3D-Tonfilm dauerte nochmals 14 Jahre.
Im Jahr 1936 drehte die italienische "Società Italiana Stereocinematografica" den Tonfilm "Nozze vagabonde".
Es liegt in der Natur des Menschen, Neuentdeckungen beständig weiter zu erforschen und neue Techniken zu erproben. So wurden auch die Verfahren zur Herstellung von 3D-Filmen immer besser und endlich gelang auch ihre Produktion in Farbe.
Der Sprung zum ersten 3D-Farbfilm gelang in wesentlich kürzerer Zeitspanne. In farbigen 3D-Erlebnissen konnte man schon 1937 schwelgen als in Deutschland die "Gartenschau in Dresden" in 3D gezeigt wurde. In dem selben Jahr wurde auch der erste 3D-Farbfilm mit dem treffenden Titel "Zum Greifen nah" gedreht.

Spätere 3D-Filme erschienen dann im sogenannten CinemaScope-Verfahren, einer verbesserter Methode zur Produktion von 3D-Filmen. "Der Schatz der Balearen" wurde 1960 als wohl erster echter Vertreter dieser 3D-Technik gedreht.

3D Filme sollten in den 50er-Jahren die ausbleibenden Kinobesucher zurücklocken — und auch heute kämpfen Kinobetreiber mit der 3D-Technik wieder gegen die Flaute.

Kinofilme der heutigen Zeit werden hauptsächlich im IMAX-3D-Verfahren hergestellt und vorgeführt, als zweistreifiger 70 mm-Film oder als Digital-Cinema-Fassung, kurz einfach DCI genannt, in elektronischer HDTV-Auflösung. Große Leinwände mit bestechender Bildqualität sind das Resultat. Das Motto "Zum Greifen nah" erobert neue Dimensionen. Insbesondere die Digital-Cinema-Fassung ließ die 3D-Filmwelt aufblühen und die Zahl vorführender Kinos steigen. Ein Beispiel aus DCI-Produktionen ist zum Beispiel der Film "Geister der Titanic 3D". Dabei erleben wir aktuell eine Wiederholung der Problematik aus den 50er-Jahren: schwindende Besucherzahlen fordern die Kinos zu neuen Highlights heraus. Auch heute sollen 3D-Filme die Kinogänger wieder zurück in die Kinosäle locken.

Mittlerweile gibt es sogar regelmäßig eine Messe für 3D-Filme - in Erinnerung an die goldenen fünfziger Jahre fand Ende 2003 erstmals die World 3D-Film Expo statt. Viele Filme der Anfangszeiten wurden hier im Originalformat wieder aufgeführt. Als prominente Vertreter befanden sich zum Beispiel Alfred Hitchcocks "Bei Anruf Mord" und das Filmmusical "Kiss Me, Kate" darunter. Weitere alte Filme wurde bei der auch im Jahr 2006 erneut veranstalteten 3D-Film Expo vorgeführt.

In Deutschland bieten Ihnen inzwischen einige hundert Kinos die Möglichkeit, 3D-Filme zu erleben - eines in Ihrer Nähe finden Sie mit Sicherheit hier auf kinos3D.de!

3D-Kino Verzeichnis

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